Wacholder

Wacholder Beeren
Wacholder Beeren

Der Wacholder (lat. Juniperus) ist den Zypressengewächsen zuzuordnen und kommt als immergrüner Strauch oder Baum vor. Er wächst sehr langsam, in Baumform erreicht er in 10 Jahren gerade einmal 1 Meter. Dafür kann der Wacholder aber ein Alter von 500 bis 2000 Jahren erreichen. Es gibt dabei nur männliche oder weibliche Exemplare, welches in der Botanik als zweihäusig bezeichnet wird. Es sind ungefähr siebzig Arten bekannt.

Der Wacholderstrauch, auch Krammetsbaum oder Duxenstrauch genannt, steht mittlerweile auf der Liste der bedrohten Arten und kommt überwiegend in den gemäßigten Klimazonen vor, wobei er kalkhaltige Böden bevorzugt. Die Standorte in freier Natur hierzulande sind überwiegend Waldränder oder Weiden. Wacholder bilden im zweiten Jahr zäpfchenförmige Beeren als Blüten aus bis zu deren Reife drei Jahre vergehen. Die Blüte dauert von April bis Mai.

Wacholder ist vielseitig verwendbar

Als Gewürz finden hauptsächlich die schwarzen Beeren in der Küche Verwendung. Er wird gerne bei Wildgerichten verwendet, eignet sich aber auch für Braten, Saucen und Gemüsebeilagen (hierbei vor allem Sauerkraut). Auch wird Wacholder gerne als Zusatz beim Räuchern benutzt. Weitaus vielfältiger ist jedoch die Anwendung als Heilpflanze. Dem Wacholder werden vielfache Heilkräfte zugeschrieben welche sowohl aus den Früchten als auch aus dem Holz kommen. Der Wachholder enthält Harz, ätherische Öle mit Pinien und Borneol, Inosit, Flavonglykosid und den Bitterstoff Juniperin. Das Öl, welches auch aus der Rinde gewonnen wird, findet dabei am Häufigsten Verwendung.

Auf diese Weise fördert Wacholder z.B. die Durchblutung und wirkt daher bei Arthrose (Gelenkverschleiß), Arthritis (Gelenkentzündung) und Gicht schmezlindernd. Eine häufige Verwendung findet Wacholder als Nierentee. Die harntreibende Wirkung ist blutreinigend und entwässernd, bei Blasenentzündungen werden die Erreger herausgeschwemmt und zugleich tritt eine schmerzlindernde Wirkung ein. Weiterhin wirkt Wacholder verdauungsanregend, daher auch seine beliebte Verwendung bei schwereren Fleischgerichten. Zuletzt begegnet einem Wacholder auch in vielfacher Weise als Alkohol. Da die Beeren einen hohen Zuckergehalt haben, werden sie vergoren und destilliert. Die Endprodukte sind als Gin, Genever oder Steinhäger bekannt.